Achtung: Extreme gefährliche Schadsoftware 15.05.2017 12:26

Der Erpressungstrojaner WannaCry schadet hunderttausenden Windows-Rechnern, brachte seinen Autoren bislang aber wohl kaum mehr als 30.000 Euro Lösegeld ein.

Der erst am Freitag aufgetauchte Erpressungstrojaner WannaCry soll innerhalb von drei Tagen schon mehr als 220.000 Computer in 150 Ländern befallen haben und richtet enorme Schäden an. In krassem Missverhältnis dazu steht das Lösegeld von schätzungsweise wenig mehr als 30.000 Euro, das die Autoren der gefährlichen Schadsoftware bisher erpressen konnten. Damit verschärft sich die Bedrohung durch Computerkriminalität abermals: Die Erpresser handeln anscheinend völlig skrupellos. Gleichzeitig sind ihre Motive schwer zu durchschauen: Um möglichst viel Lösegeld zu kassieren, wären wohl andere Strategien vielversprechender.

Riesenwelle

Die Ransomware WannaCry (WanaDecrypt0r 2.0) verbreitet sich als Wurm von befallenen Systemen aus weiter. Auch wenn Sicherheitsexperten bereits eine Art "Notabschaltung" aktivieren konnten, welche die Ausbreitungsgeschwindigkeit drosselt, befürchten andere, dass die Verbreitungswelle zum Wochenstart wieder anschwillt: Am Wochenende laufen viele der potenziell anfälligen Windows-Systeme nicht.

Außerdem könnten die Malware-Autoren leicht eine verbesserte Version der Software in Umlauf bringen. Der "Erfolg" ihrer Schadsoftware zeigt, dass nach wie vor sehr viele Computer unzureichend gewartet werden. Im Interview mit dem britischen Sender ITV erklärte Europol-Chef Rob Wainwright, dass nur wenige Banken von WannaCry befallen seien: Sie hätten in der Vergangenheit schmerzhaft aus ihren Erfahrungen gelernt. Diese Lektion stünde anderen noch bevor. Mittlerweile seien Rechner in 150 Ländern betroffen.